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Die Neugier der Katze

Es ist kein Märchen, dass Katzen sehr neugierig sind, eher ein Zeugnis ihrer Intelligenz und zeigt, dass sie ein gutes Gedächtnis haben und in der Lage sind, Informationen zu deuten. Es gehört zum Überlebensinstinkt der Katze, möglichst viele und genaue Informationen über ihre Umgebung in Erfahrung zu bringen. Es bewahrt sie vor Gefahren und hilft ihr beim Aufspüren ihrer Beute.

Katzen wechseln nicht freiwillig ihr Revier, sondern nur dann, wenn es die Hierarchie der Katzengemeinde so vorsieht. Ein neues Revier will sofort erkundet und kennengelernt werden. Alles Neue, seien es herumliegende Gartengeräte, ein frisch aufgeschütteter Sandhaufen oder ein umgestürzter Baum, wird mit Vorsicht untersucht und möglichst markiert. Katzen werden von offenen Schuppen oder Autos magisch angezogen und deshalb sind dies oft (unfreiwillige) Aufenthaltsorte von vermissten Tieren.



Dass die Neugier auch unangenehme Folgen haben kann, erfährt die Katze oft selbst, nämlich dann, wenn sie wieder einmal in einer misslichen Lage ist. Schon bei jungen Kätzchen von zwei bis drei Wochen ist die Neugier die treibende Kraft. Sie erkunden ihre Umgebung unter den wachenden Augen ihrer Mutter, welche auch dank ihrer guten Nase die Kleinen vor möglichen Gefahren bewahrt. Oft siegt die Neugier vor der ebenfalls angeborenen Vorsicht. Reifere Katzen haben genug Erfahrung, um zu wissen, was möglich ist und was eben nicht, aber den jüngeren Tieren fehlt dieses Wissen noch. Vor der Neugier sind aber auch ältere Katzen nicht gefeit. In einem katzenfreundlichen Haus und Garten sind die Gefahren daher auf ein Minimum reduziert, d.h. Wassertonnen sind verschlossen, offene Rohrleitungen abgedeckt, Gifte unzugänglich und der Gartenschuppen weist keine verlockenden Öffnungen auf. Manche Zimmerpflanzen sind für Katzen giftig und sollten deshalb nicht angeschafft werden, auch sollte jeder im Haus sich angewöhnen, Schranktüren gut zu verschliessen. Bei kleinen Kätzchen im Haus ist besondere Vorsicht geboten. Mit dem Fortschreiten des Alters, ca. ab 8 Jahren, lässt die Neugier der Katzen nach, und sie interessieren sich mehr für die angenehmen Dinge im Leben wie Wärme, Bequemlichkeit und regelmässige Mahlzeiten.

Auf dem Streifzug durch ihr Revier nimmt die Katze mit all ihren Sinnen Informationen auf, vor allem Gerüche. Es könnte ja sein, dass eine andere Katze eine Duftmarke hinterlassen hat, oder vielleicht sind neue Vogel- oder Mäusenester entstanden. Auch andere Tiere könnten beim Durchstreifen des Reviers Gerüche verbreitet haben. All dies muss untersucht und geprüft werden. Bei diesem Kontrollgang werden auch alte und vertraue Gerüche wahrgenommen, welche der Katze Sicherheit geben.



Die Neugier bei Wohnungskatzen zeichnet sich dadurch aus, dass sie z.B. auf den Fenstersimsen die Umgebung draussen beobachten. Die Bewegungen von Katzen, Vögeln, anderen Tieren und Menschen werden aufmerksam verfolgt, auch wenn es keine Gelegenheit zum Jagen gibt oder die Sicherheit in irgendeiner Weise gefährdet wäre. Alle Neuanschaffungen in der Wohnung werden inspiziert und analysiert. Eine frisch ins Wohnzimmer gestellte Transportbox deutet auf etwas Unangenehmes hin und die Katze verzieht sich womöglich. Tipp: Stellen Sie die Transportbox vor dem Gebrauch schon eine Woche früher in die Wohnung, so verbindet die Katze die Box nicht mit unangenehmen Dingen.

So sehr die Katze neugierig ist, so wenig schätzt sie es, wenn sich andere Geschöpfe sich für ihr Privatleben interessieren. Zwar trifft es für Hauskatzen meist nicht zu, dass sie das Alleinsein dem Miteinander vorziehen, doch in manchen Situationen mögen sie es. Sie lieben es, zu beobachten ohne beobachtet zu werden, sie verstecken sich geduckt und regungslos im Unterholz oder auf Bäumen. Grosskatzen sind Meister in Sachen Tarnung, ihre Fellzeichnung lässt sie in der Natur verschwinden so dass man z.B. einen Tiger oder Leopard in sechs Meter Entfernung nicht bemerken würde. Katzen sind oft beleidigt, wenn ein anderes Tier sie beim Fressen oder beim Benutzen des Katzenklos stört. Auch wenn Katzen einen geselligen Eindruck machen, sind sie beim Jagen oder auf der Revierkontrolle lieber alleine. Die Behauptung kommt nicht von ungefähr, dass man Katzen nie so gut kennt wie einen Hund.



 
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